Der „Cappello da Prete“ ist ein leckerer und saftiger Kürbis, dessen Namen auf die Form der Hüte hinweist, wie sie früher die Priester trugen

Der Kürbis mit dem wohlklingenden Namen „Cappello da Prete“ ist ein Symbol für die außergewöhnliche Vielfalt der Produkte der Poebene in den Provinzen Reggio Emilia und Mantua. Der Kürbis steht im Mittelpunkt vieler wichtiger gastronomischer Veranstaltungen, wie zum Beispiel die regionale Kürbismesse in Reggiolo, die an den beiden letzten Septemberwochenenden stattfindet. Und auch viele typische Rezepte der Region basieren auf Kürbissen. Die Kürbismesse (Fiera regionale della Zucca) verbindet Kulinarisches und Traditionen mit Verkostungen von Kürbisspezialitäten in den örtlichen Restaurants zum Abendessen und Mittagessen und in historischen Kostümen. Dazu kommen Folkloreveranstaltungen, Gauklerspiel, Umzüge in mittelalterlichen Kostümen, Falknerei, Bogenschießen, Ritterturniere – ein mittelalterliches Spektakel.

Dieser Kürbis trägt den kuriosen Namen „Cappello da Prete“, der nicht nur in Reggio, sondern auch in Parma und Mantua verwendet wird. Er leitet sich von der besonderen Form ab, die an zwei Hutkrempen erinnert, die obere etwas größer und die untere etwas kleiner, was in der Volksfantasie Assoziationen mit einem Pfarrershut erweckte, wie er bis in die fünfziger Jahre in der Gegend getragen wurde. Kürbisse mit ähnlichen Formen an anderen Orten erhielten die exotischsten Bezeichnungen, zum Beispiel Turbankürbis. In der Emilia aber wurde ein Name mit lokalem Bezug bevorzugt.

 

Der Kürbis „Capello da Prete“ zeichnet sich durch die Konsistenz seines Fruchtfleischs aus, das relativ fest ist und einen intensiv-süßen Geschmack besitzt. Es handelt sich aufgrund seiner Eigenschaften um ein kalorienarmes Lebensmittel, das reich an Kalium, Magnesium und Vitaminen ist. Insbesondere enthält es Vitamin A und B. Der Kürbis sorgt auch für die Flüssigkeitszufuhr unseres Körpers, denn er enthält ungefähr 94 % Wasser. Außerdem soll sein Genuss gegen Krebs schützen. Von wesentlicher Bedeutung ist der hohe Wasseranteil, denn er trägt dazu bei, den Wasserhaushalt in unserem Körper und unseren Schleimhäuten auszugleichen und aufrechtzuerhalten.
Bei Kürbissen sind alle Pflanzenteile von den Blüten bis zu den Blättern verwendbar und schmecken ausgezeichnet.

Der „Cappello da Prete“ ist eine der ältesten Kürbissorten, die heute noch in der Emilia angebaut werden. Der Kürbis kann monatelang, bis zum nächsten Frühjahr, aufbewahrt werden und wird für viele einheimische Rezepte aus Reggio Emilia und Mantua verwendet. Allen voran sind hier die Kürbis-Tortelli zu nennen, für deren Zubereitung sich diese Sorte nahezu perfekt eignet: Der „Cappello da Prete“ besitzt ein festes, nicht wässriges Fruchtfleisch, die richtige Süße, keine ablenkenden Beigeschmäcke, außer jenen, die typisch für diese Sorte – Cucurbita moschata – sind.  Die Eigenschaften des Fruchtfleisches eignen sich auch hervorragend für die Zubereitung von Kürbisgnocchi.

Von den Bauernfamilien der Poebene, die früher ein Leben zwischen bescheidenem Wohlstand und reiner Subsistenzwirtschaft führten, wurden die Kürbisse schon immer in den Hausgärten angebaut. Man schätzte sie wegen ihrer Produktivität und langen Haltbarkeit. In erster Linie wurde der Kürbis für den Eigenbedarf angebaut, eine Anbaukultur im großen Maßstab hat sich in unserer Provinz niemals entwickelt. Derzeit wird dieser Kürbis auf kleinen Flächen angebaut, meist von Bauern, die gleichzeitig Wassermelonen und Melonen züchten. In erster Linie sind diese Produkte für den lokalen Markt bestimmt.

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